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Sunday, June 21, 2009

Digitale Kommunikation

Am 21. Mai 2009 ist unser Neues Buch 'Ch. Meinel, H. Sack: Digitale Kommunikation' bei Springer erschienen, das ich hier heute vorstellen möchte. Hervorgegangen ist das Buch aus dem Absicht, unserem 2003 erschienenen Buch 'WWW - Kommunikation, Internetworking, Web-Technologien' eine zweite Auflage folgen zu lassen. Dies allerdings erwies sich als schwierig. 1200 Seiten in einer Disziplin, die sich so rasant weiterentwickelt, dass sich in den mehr als 5 Jahren, die seither vergangen sind eine Stofffülle angesammelt hat, die in einem Band einfach nicht mehr ausreichend behandelt werden kann.

Daher unternahmen wir Absprache mit dem Verlag das Wagnis, den Band in seine drei Grundbestandteile zu zerlegen und diese separat als einzelne Bände einer Trilogie zu veröffentlichen. Deren erster Band, die 'Digitale Kommunikation' liegt nunmehr vor. Die beiden Folgebände 'Internetworking' und 'Web-Technologien' sind in Vorbereitung und werden bald erscheinen.

Worum geht es im ersten Band der WWW-Trilogie? Wie schon im ersten Teil des 2003 erschienenen WWW-Buches dreht es sich in diesem Band um die Grundlagen der Rechnerkommunikation, die durch eine ausführliche historische Betrachtung eingeleitet werden und insbesondere die Gebiete der Kodierungstheorie und der Multimedia-Kodierung und -Komprimierung, sowie die Grundlagen der Kryptografie abdecken.

Hier das Inhaltsverzeichnis:

DIGITALE KOMMUNIKATION

(1) Prolog
(2) Geschichtlicher Rückblick
(3) Grundlagen der Kommunikation in Rechnernetzen
(4) Multimediale Daten und ihre Kodierung
(5) Digitale Sicherheit
(6) Epilog

In den Anhängen befindet sich ein ausführliches Personenregister, das vom ägyptischen Pharao Ramses II. und seiner 'ersten' Bibliothek bis hin zum 1970 geborenen Vincent Rijmen, dem Miterfinder des AES-Verschlüsselungsverfahren reicht. Das Buch stellt auf gut 430 Seiten mit zahlreichen Abbildungen die fundamentalen Grundlagen der digitalen Kommunikation dar. 17 einzelne Exkurse vertiefen dabei wichtige Themengebiete, die vielleicht nicht für jeden Leser gleichermaßen von Interesse sind. Jedes Kapitel ist mit einem ausführlichen Glossar abgeschlossen und über 250 Literaturverweise und Referenzen regen zum Weiterlesen an.

Weitere Informationen:

Friday, August 10, 2007

New Blog....


I decided to split my blog into a (a) scientific blog (...more semantic!) and (b) a more private blog, where I will write about one of my favourite occupations......literature!

The new blog has the name BIBLIONOMICON. There you can read all of my new book reviews and anything else related to books and literature. The very first article is on Susanna Clark's 'Jonathan Strange & Mr. Norrell' that I've read recently.

In the new blog, I will write preferably in German (because most of the book I'm reading are also in German...).

Tuesday, May 08, 2007

J.D. Salinger - Neun Erzählungen

J.D. Salinger ist sicherlich nicht nur für mich ein ganz besonderer Erzähler. Wie viele andere auch, habe ich seinen großen Roman "Der Fänger im Roggen" bereits in der Schule gelesen. Nicht, weil wir diesen im Englischunterricht lesen mussten, sondern weil mich die Erzählungen meiner Bekannten aus dem Englisch-LK (man stelle sich vor, ich konnte Englisch als Fremdsprache abwählen und habe Latein als Abiturfach gewählt...) irgendwie neugierig darauf gemacht hatten. Natürlich habe ich mich damals mit meinen beschränkten Englischkenntnissen (sic!) nicht an die Originalausgabee gewagt, sondern hatte mit der Böll-Übersetzung Vorlieb nehmen müssen (ohne zu wissen, dass die Übersetzung von Heinrich Böll war). Trotz aller Schwächen der deutschen Übersetzung hat mich der Roman damals fasziniert, glaubte ich doch in diesem Roman erkannt zu haben, was es ausmacht, eine gute Geschichte zu schreiben (zumindest damals und in meinen Augen...). Irgendwie passiert ja auch nicht wirklich etwas in diesem Roman, der ja eigentlich auch nur eine auf Romanlänge aufgeblasene Kurzgeschichte ist.

Holden Caufield, der "zerbrechlich" wirkende und stets altklug daherredende Held dieser Geschichte aus den 50er Jahren ist aus dem Internat herausgeflogen und vorzeitig - es ist bald Weihnachten - auf dem Weg nach Hause nach New York - ohne natürlich gesteigerten Wert darauf zu legen, in die offenen Arme seiner Eltern zu laufen. Aber das ganze ist ja eigentlich nur ein Rahmen für viele kleine Erzählungen....alles Erzählungen, die von "verpassten" Gelegenheiten und Chancen erzählen. Immer wieder gerät Caufield in eine vielversprechende, entscheidende Situation und das "was-wäre-wenn" geht auf der einen Seite dem Romanhelden und auf der anderen Seite natürlich auch dem Leser durch den Kopf....ohne dass der Romanheld die ihm gebotene Gelegenheit, der Geschichte einen anderen Ausgang zu geben, jemals ergreifen würde. So ist der Leser irgendwie enttäuscht, aber auf der anderen Seite fühlt man sich gekitzelt oder vielmehr angestachelt, um zu sehen, welche Möglichkeiten die nächste Situation birgt, in der Salinger seinen Helden geraten lässt, und ob er diesmal nicht vielleicht doch etwas daraus macht....

Etwas anders ist es in diesem Band mit 9 frühen Kurzgeschichten Salingers (allesamt erschienen vor dem 'Fänger im Roggen'), in der er auch viel Biographisches verarbeitet. Wie üblich passiert in den Geschichten auch nicht wirklich etwas. Aber es ist diese Atmosphäre... Stets schafft es Salinger, eine Art Melancholie über Allem schweben zu lassen. Es kommt gar nicht darauf an, was seine Figuren tatsächlich tun und wie sie agieren. Vielmehr sind es die Dialoge bzw. die inneren Monologe, die seine Figuren führen und die sie so besonders machen. Die Nebensächlichkeiten, die in diesen kurzen Episoden zur Hauptsache werden, die fragile Verletzlichkeit der Figuren, das Sich-verlieren in Oberflächlichkeiten, die doch so vieles bedeuten....Ähnliches kennt man aus den Kurzgeschichten von Raymond Carver, der sich Salinger sicherlich auch als Vorbild genommen hatte (besonders zu empfehlen ist die Kurzgeschichtensammlung 'What We Talk about When We Talk about Love').

Die meisten Geschichten von Salinger haben etwas mit dem Erwachsenwerden zu tun. Die Spannung, die sich aus dieser Potentialdifferenz ergibt, wenn die handelnde Figur auf der Schwelle zwischen beiden Welten steht, das Erkennen, dass die Lüge einen Stellenwert in der Welt der Erwachsenen besitzt, vor der man nur als Kind gefeit zu sein scheint....

So ist erste Geschichte "A perfect day for banana-fish" des vorliegenden Buches eine besonders düstere und bizarre Geschichte. Eine der ersten Geschichte, die Salinger 1948 im "New Yorker" veröffentlicht hat und die ihn über Nacht bekannt machte. Der Protagonist der Geschichte ist ein scheinbar etwas verwirrter Kriegsveteran, freundet sich im Urlaub mit einem kleinen Mädchen an und erzählt ihr am Strand eine Geschichte von Bananenfischen. Dann geht er zurück auf sein Hotelzimmer, legt sich zu seiner schlafenden Frau ins Bett und jagt sich eine Kugel in den Kopf....

Salinger bleibt, obwohl er als einer der meistgelesenen (und meistinterpretierten) amerikanischen Autoren gilt, ein ungewöhnlicher, irgendwie nicht greifbarer Charakter. Er nahm an einigen der heftigsten Schlachten des 2. Weltkriegs teil, so etwa bei der Landung der Aliierten in der Normandie oder auch in den Ardennen. Tatsächlich war er auch selbst aufgrund eines Kriegstraumas kurzzeitig in Behandlung. Während seiner Zeit in Europa traf er auf Ernest Hemingway, der als Kriegsberichterstatter teilnahm und Salinger eine "außerordentliche Begabung" bescheinigte. 1965 veröffentlichte Salinger seine letzte Erzählung -- insgesamt hat er neben dem "Fänger Im Roggen" lediglich knapp über 30 Kurzgeschichten veröffentlicht. Seither lebt er zurückgezogen und die ganze Welt wartete immer wieder auf einen neuen "großen Wurf"....der wohl nicht mehr kommen wird.

siehe auch:
Georg Dietz: Hinaus ins Leben - Alle reden über Salingers 'Fänger im Roggen', dabei ist sein Roman 'Franny und Zooey' viel schöner..., Die ZEIT, 22.03.2007 Nr. 13.

Tuesday, April 24, 2007

Marina Lewycka - Die kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch


Ich bin jetzt schon zwei Bücher im Rückstand, was meine Rezensionen angeht...und bevor ich noch vergesse, was ich zu diesem Buch schreiben wollte, wird es jetzt höchste Zeit....
Wann bin ich zum ersten mal auf das Werk gestoßen? Ich glaube, es war in der S-Bahn (S7) vom Berliner Hauptbahnhof nach Potsdam im vergangenen September. Ich las meine ZEIT und mir fiel dieses Buch mit dem interessanten Cover mit dem "Kartoffeldruck-Traktor" (oder doch eher sozialistisches Propagandaplakat?) auf, das eine Frau mir gegenüber gerade interessiert las. Und dann natürlich der Titel "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch"...Als erstes musste ich an "Eine kurze Geschichte der Zeit" und meine eigene "kurze Geschichte des Internets" (im WWW-Buch) denken, aber der Zweifel, worum es sich bei diesem Buch wohl handeln könnte, lies mir keine Ruhe mehr. Wieder zu Hause in Weimar beim nächsten Besuch der Buchhandlung (ja, auch ich nehme Bücher noch gerne in die Hand, blättere darin und lese an irgendeiner beliebigen Stelle quer....ich brauche einfach dieses 'haptische Erlebnis'...) las ich mir dann den Klappentext durch, der irgendwie alles andere versprach, als ich mir eigentlich vorgestellt hatte....

"Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" ist eigentlich Nikolais Projekt, in das er sich flüchtet, als alles den Bach hinunterzugehen droht. Nikolai stammt aus der Ukraine und ist nach dem Krieg mit seiner Familie nach England und in ein besseres Leben ausgewandert. Jetzt ist hat sich der 84-jährige Wittwer in den Kopf gesetzt, eine gut 50 Jahre jüngere blonde ukrainische "Sexbombe" aus ihrem Elend heraus aus der postkommunistischen, von Korruption und Unsicherheit geprägten Ukraine durch Heirat zu "erretten". Klar, dass das seinen beiden Töchtern -- der "Trozkistin" Nadja und ihrem Upper-Class Ggenstück Vera -- nicht gefallen wird. Beide hatten sich über das Erbe der Mutter zerstritten und reden nun schon seit Jahren kein Wort mehr miteinander. "Valentina" heißt der gemeinsame Feind und das personifizierte Übel, das es auszutreiben gilt, ....und Nikolai macht auch noch seine letzten Ersparnisse flüssig, um seinem "Täubchen" noch eine Brustvergrößerung zu spendieren.
Soweit, so gut. Wenn es jetzt immer so weiter ginge, hätte Marina Lewycka nichts weiter geschrieben als eine seichte Einwandererkommödie. Aber in Rückblenden wird immer wieder in ein Blick in die Familiengeschichte Nikolais geworfen und damit auch in die zeitgeschichtliche Ukraine: Stalin und der stalinistische Terror, die von ihm herbeigeführte Hungersnot, mit der er sich die Ukrainer gefügsam machen wollte, der zweite Weltkrieg, die Deutschen....
Zwischendurch aber wird es dann wieder bizarr: Valentinas trashiger "Luxus-Geschmack", Nikolais "Toshiba-Äpfel" (Nein, das ist keine neue wohlschmeckende japanische Apfelsortenzucht, sondern der Name hängt mit dem Hersteller von Nikolais Mikrowelle zusammen...), Nikolais (altersbedingte) Probleme mit seiner körpereigenen "Hydraulik", der Versuch der beiden Schwestern Valentinas Einbürgerung mit allen Mitteln zu unterminieren, der an der Unzulänglichkeit der britischen Behörden scheitert. Am Ende bleibt Nikolai auf alle Fälle seine "Geschichte des Traktors auf Ukrainisch", die ebenfalls mit einigen Skurilitäten aufwarten kann und auf ungeahnte Weise ihren Weg in die Ukraine nimmt....
Insgesamt ein schönes und lesenswertes Buch. Die beschriebenen Situationen geraten mitunter reichlich bizarr (schon wieder...). Die Vorstellungen und Wünsche zweier Einwanderergenerationen könnten unterschiedlicher nicht sein. Um den Kreis wieder zu schließen, für mich ein ideales Buch um die Fahrt in der S-Bahn (S1 Zehlendorf -> S7 Potsdam) etwas kurzweiliger zu gestalten....

Monday, March 26, 2007

Alexandre Dumas - Die drei Musketiere (The three Musketeers)


For sure you will think 'hey, why is he reading that old children's book again?', but no, you're wrong. I've read this masterpiece of Alexandre Dumas for the very first time. Of course, everybody knows the story. We all have seen so many movies and remakes of movies, and the musketeers have become a cliché even long ago. But, I had the chance to get a rather old copy. It's an almost 100 years old german translation (of course in old german typesetting). And one thing about the book is, it's language is remarkable and so different compared to today's german. But before I'll go into details, let me rather briefely recapitulate the story (in german....):

Wir schreiben das Jahr 1625. D'Artagnan, der arme Sohn eines Landadeligen aus der Gascogne will sein Glück als Musketier in der Garde des Herrn von Treville - also der Leibgarde des Königs Ludwig XIII. - versuchen. Ausgestattet mit einem Empfehlungsschreiben seines Vaters, einem altgedienten Musketier gerät er, der sich wie alle Gasconier (so Dumas) leicht in seiner Ehre gekränkt sieht, in eine Auseinandersetzung mit einem mysteriösen Gardisten des Kardinals Richelieu. Bevor es aber zu einem Duell kommt, wird er vom Küchenpersonal der Landschenke, in der er Rast macht, niedergeschlagen und seines Empfehlungsschreibens beraubt.
In Paris angekommen versucht er sich dennoch um eine Audienz bei Herrn von Treville und verstrickt sich im Laufe des Tages - natürlich bedingt durch sein aufbrausendes Temperament ebenso wie durch seine eigene Tollpatschigkeit - in sage und schreibe drei Duelle mit drei Musketieren des Königs, namentlich mit den drei Freunden Athos, Aramis und Portos. Verabredet im Park von Saint Germaine werden alle vier überrascht von einer Patrouille des Kardinals. D'Artagnan bietet den drei Freunden seine Hilfe beim bevorstehenden Degengefecht an, aus dem die Musketiere siegreich hervorgehen.....und das ist der Beginn einer Reihe äußerst spannend zu lesender Abenteuer.....
Die eigentliche Handlung ist ja aus diversen Filmen bekannt, allerding ist die Charakterzeichnung Dumas sprachlich natürlich noch wesentlich reizvoller als deren filmische Umsetzung. Für mich wird wohl immer die Verfilmung aus den 70er Jahren mit Michael York als D'Artagnan, Oliver Reed als Athos und Richard Chamberlain als Aramis (wer den Portos gespielt hat fällt mir nicht ein....war aber jemand, den ich sonst nicht weiter kannte) DIE VERFILMUNG überhaupt bleiben. Besonders schön - neben einem beeindruckenden Oliver Reed und unberechenbaren Charlton Heston als Kardinal Richelieu - war wohl die Tatsache, dass sich anscheinend keine der Romanfiguren (außer den Bösewichtern) in dieser Verfilmung wirklich ernst nimmt. Ach und natürlich Racquel Welch als wohlgefomte und unwiderstehliche Constanze, Geraldine Chaplin als porzellanfarbene, zerbrechliche Königin und Faye Dunaway als durchtrieben böse verführerische Mylady deWinter. Der Film (d.h. die Verfilmung des kompletten Romans) kam damals ja in zwei Teilen in die Kinos und es braucht seine Zeit, die über 700 Seiten des Romans in Szene zu setzen. Ach, fast hätte ich den Erzbösewicht Rouchford vergessen, den Mann mit der Narbe, hinter dem D'Artagnan den ganzen Roman über her ist. Der wird in besagter Verfilmung von Christopher Lee (unser aller 60er/70er Jahre Dracula) gespielt.
Daneben gabe es zahlreiche weitere Verfilmungen an die ich mich erinnern kann. Angefangen von einer UFA Verfilmung aus den 30er Jahren über einen ersten Farbfilm mit Gene Kelly in der Hauptrolle [to be continued.....] und dann natürlich auch noch diverse Verfilmungen aus den 80er Jahren. Die letzte bemerkenswerte Verfilmung des Musketierstoffes betrifft einen späteren Roman Dumas, nämlich 'Den Mann mit der eisernen Maske' (auch unter dem Titel '10 Jahre danach' oder 'Der Vicomte von Bragelonne' erschienen), der vorallem mit seiner Besetzungsliste der bereits etwas gealterten Haudegen brillierte (Gerard Depardieu, Jeremy Irons, John Malkovich....).

Mein Fazit: Der Roman hat es in sich! Kein Wunder, das er sich über 150 Jahre internationaler Beliebtheit erfreuen kann. Natürlich darf man keine allzu tiefgründigen Charakterstudien und innere Monologe erwarten, aber Dumas gelingt es, seine Figuren nicht nur in haarsträubend flott erzählte Abenteuer zu verwickeln, sondern ihnen auch noch ziemlich viel Persönlichkeit mit auf den Weg zu geben. Besonders deutlich wird das an der unberechenbaren Gestalt der Lady deWinter und D'artagnans ambiguen Gefühlsaufwallungen ihr gegenüber. So liebt er sie auf der einen Seite (oder ist zumindest immens verliebt..) wie er sie auf der anderen Seite als Geschöpf des Kardinals zutiefst hasst.
Also, LESEN! und am besten nicht die aktuellen Übersetzungen, sondern eine ältere (vor 1930), um sich an der mitunter barocken Sprachgewalt zu erfreuen.......

Wednesday, March 07, 2007

Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt


I have no idea whether this book has been already translated in English. If so, read it! (...it has. I've just looked it up at amazon..the title is Measuring the World)
It's some kind of biography of two of the most outstanding people of the 19th century, Carl Friedrich Gauss and Alexander von Humboldt. But beware...it's some very special kind of biography......(By the way, I've visited the 'Alexander-von-Humboldt Gymnasium in Schweinfurt' and made my Abitur there).
I'll switch to German.
Das Buch war für mich wirklich eine der großen Überraschungen in den Neuerscheinungen des letzten Jahres. Der Gattungsbegriff Biografie trifft es nicht ganz, aber irgendwie natürlich doch. Wir stürzen mitten in die Geschichte, als der bereits betagte Gauss nach Berlin aufbrechen muss, um auf Einladung von Humboldt an einem Kongress teilzunehmen. Eigentlich will er ja gar nicht, vorallem nicht aus dem Bett heraus, aus seinem Haus, aus Göttingen...und überhaupt. Köstlich...vor allem auch der Dialog (eigentlich eher ein Monolog) mit Eugen, seinem seiner Ansicht nach 'missratenem' Sohn. Dazu hat er keine Papiere - die man zur damaligen Zeit für die Reise von Göttingen nach Berlin durchaus benötigte - erzählt dem Polizeibeamten, dass Napoleon seinerzeit sogar auf eine Kanonade Göttingens nur seinetwegen verzichtet hätte...dazu muss sich der Leser die damaligen Verhältnisse in "Deutschland" vor Augen führen. Die herrschenden Fürsten hatten eine Heidenangst vor revolutionären "demokratischen" Umtrieben...und auf Napoleon war man in Deutschland nach dem Wiener Kongress in kaum einem der dazu zählenden 100+x Kleinstaaten allzu gut zu sprechen. Naja...der Polizist muss einen verdächtigen "Turner" (Jawoll....gedenke man doch auch dem "Turnvater" Jahn) verfolgen und beide Gauss gelangen schließlich wohlbehalten nach Berlin, wo sie schon von einem umtriebigen Alexander von Humboldt in Empfang genommen werden. Sehr schön auch die Schilderung, wie man mit Hilfe der noch nicht so recht ausgereiften Erfindung des Herren Daguerre versucht "die Zeit festzuhalten"....
Nun...in diesem Stil wird uns schließlich das Leben der beiden ungleichen Geistesgrößen und Sonderlingen geschildert. Während Gauss sich an die Entdeckung der Mathematik (und schließlich auch der Physik) macht und eine 'innere Welt' bis an ihre Grenzen erforscht, begibt sich Humboldt auf Entdeckungsreise nach Süd- und Mittelamerika, die 'äußere Welt' bis zu ihren Grenzen zu erforschen.
Am Ende bemerken die beiden mittlerweile schon ergrauten Herren, dass sie doch gar nicht so verschieden sind - auch wenn ihr Leben kaum unterschiedlicher hätte sein können.

Ich hab das Buch sehr genossen. Vor allem natürlich, da ich mich durch die geschilderten Eigenarten der beiden Protagonisten an den ein oder anderen hochbegabten (aber doch recht schrulligen) Zeitgenossen erinnert gefühlt habe, der meinen Weg bislang gekreuzt hat...natürlich entdeckt man auch die ein oder andere eigene 'Seltsamkeit' wieder. Ein weiteres Highlight ist für mich Kehlmanns Sprachgewalt. Nein, das Werk ist nichts für den "Wald-und-Wiesen-Gelegenheits-JerryCotton-Leser". Ganz im Gegenteil. Natürlich wirkt die Sprache (ich sage nur "lang lebe der Konjunktiv"!) etwas antiquiert, aber wir befinden uns ja schließlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und nicht bei RTL.
Fazit: Ich hab schon lange nicht mehr ein so kurzweiliges und interessantes Buch gelesen. Lesebefehl!

Saturday, January 27, 2007

Stendhal - Rouge et Noir


It seems to be the time to write about the first big novel I have read this year...although I'm already 2 books ahead and otherwise I will loose track completely. As usual - and as I have read the book in German translation - I will write a short comprehension in english, but will discuss everything in German.
Stendhal a.k.a. Henri Beyle put the scenery of "Rouge et Noir" in the time of about 1830, the Bourbone restauration in France, and subtitled it as a chronicle of the 19th century - which was still young at his time. But, it was supposed to be a novel taking place right now...and not in the past. Julien Sorell, the unusual intelligent son of a simple wood cutter - at least as being a designated priest he could speak Latin and had an enormous memory that he showed when citing entire parts of the bible by heart (and in Latin) - got the job of a house teacher in the family of the local Mayor M. de Renal. He seduces Mdme. Renal - not really out of love, but more because of his ego - and to avoid a scandal he is forced to leave. He joins the priest seminar - which by the way is one of the most impressive written parts of the book - and finally succeeds in becoming the private secretary of Marquis de la Mole. The Marquis' daugther soon got an eye on Julien and finally - this really takes Julien some time and and also sophisticated strategies - they plan to marry because she became pregnat (by him...). Of course the Marquis is rather dissappointed about this misalliance. Then, he receives a letter written by Mdme. de Renal in which she warnes the Marquis de la Mole about Julien being an imposter, whose only goal is to make carreer out of seducing women in the families where he is put in. Julien also reads the letter and for revenge shoots Mdme. de Renal while she is attending at church. Although she recovers, Julien gets voluntarily adjudged and executed......

Die vorliegende neue deutsche Übersetzung von Stendhals Klassiker ""Rot und Schwarz" kann ich allen - egal ob Fan von französoscher Literatur des 19. Jahrhunderts oder nicht - nur wärmstens ans Herz legen. Das Buch ist überaus spannend und unterhaltsam geschrieben. Stendhals mitunter kurze und prägnante Art verzichtet auf ausschweifende Schilderungen der Schauplätze ohne jedoch das jeweils für diese typische außer Acht zu lassen. Üppig, intensiv und wohlüberlegt ausgefallen sind alle Dialoge. Man durchlebt die Höhen und Tiefen von Julien Sorells Dasein - auch wenn man seine Gefühle, seinen Antrieb heute nicht immer recht verstehen kann. Die französische Revolution, Napoleons Kaiserreich und die anschließende Restauration - auf die eine weitere Revolution folgen sollte - prägen das gesellschaftliche Bild, das Stendhal zeichnet. Der Karrierist und bürgerliche Emporkömmling wird ebenso scharf charakterisiert wie der alteingesessene Adel, der ewige Streit zwischen Jesuiten und Jansenisten verfolgt die Handlung wie das gerade im Entstehen begriffene Genre des Stutzers und modebewußten Dandytums. Und natürlich die Frauen...alle scheinen sie in Julien verliebt. Angefangen von der unscheinbaren Kammerzofe, über Mdme. de Renal, einer Kaffeehausangestellten, einer verwittweten Generalin, bis hin zur Marquise de la Mode...alle weiß Julien von sich einzunehmen...und zu enttäuschen.
Das Ende jedoch - laut Stendhal Bestandteil der dem Buch zugrundeliegenden wahren Begebenheit - bleibt mir rätselhaft. Wie bereits geschildert versucht Julien Mdme. de Renal in der Kirche zu ermorden und sieht danach, obwohl diese sich von ihren Verletzungen erholt und ihm vergibt, keinen anderen Ausweg, als sich dem Gericht zu überantworten und selbst auf seine Verurteilung zum Tode zu bestehen. Natürlich...nicht gerade ein 'Hollywood'-gerechtes Ende. Aber eindringlich und wirklich kurzweilig erzählt. Besonders hervorzuheben sind in dieser Ausgabe die vielen Zugaben. Neben einem ausführlichen Anhang mit Erklärungen und Anmerkungen Stendhals (die man im laufenden Text jeweils nachschlagen kann..) bietet die Ausgabe noch Entstehungs- und Wirkungsgeschichte, sowie Stendhals eigene Rezension des Werkes. Also: Lesebefehl!

Sunday, January 07, 2007

Sam Bourne - Die Gerechten....


Etwas verspätet, aber bevor ich schon wieder das nächste Buch beendet habe, muss ich heute doch noch ein paar Worte über meine 'Feiertagslektüre', "Die Gerechten" von Sam Bourne verlieren:
Meine Erwartungen waren ja recht hoch gesteckt. Neugierig gemacht durch einen Beitrag der Kulturzeit wollte ich diesen als ungewöhnlichen Thriller angekündigten Roman unbedingt lesen. Will Monroe, ein junger Journalist der New York Times, deckt eine Spur ungewöhnlicher Morde auf, die erst auf dem zweiten Blick tatsächlich miteinander zusammenhängen. Er wird - zumindest bleibt er (und der Leser) zunächst in diesem Glauben - mit hineingezogen in eine jüdische-konservative (sic!) Weltverschwörung, deren Ziel in der Herbeiführung des Endes der Welt und im (damit erzwungenen) Erscheinen des langerwarteten Messias zu bestehen scheint. [ACHTUNG: SPOILER-WARNUNG] Fast bis zum Schluss wird man in diesem Glauben gelassen, aber 'natürlich' waren es dann doch irgendwelche sektiererischen, 'bibeltreuen' und erzkonservative Christen, die übrigens das gleiche Ziel verfolgen.[ENDE: SPOILER-WARNUNG]
Ehrlich gesagt, ich war enttäuscht. Nicht nur, dass der ganze Plott mehr als an den Haaren herbeigezogen scheint. Nein, eigentlich eher die mangelnde erzählerischen Qualitäten des Autors haben mich etwas verärgert. Die Personen werden stereotypisch (langweilig) und absolut vorhersehbar charakterisiert. Jeglicher Tiefgang - sei es der Vater-Sohn Konflikt der Hauptfigur, seine Beziehungsprobleme oder der Umgang mit seiner Ex-Freundin - erscheinen irgendwie vollkommen platt. Eigene Gedankengänge, die einem die Beweggründe der handelnden Personen näherbringen würden, fehlen fast völlig. Sicher, die Story enthält zahlreiche Cliffhanger und wird daher für eine Vielzahl der Leser spannende Lektüre bieten, aber der Handlungsfluss ist fast vollständig linear, einige Fragen bleiben ungeklärt, und die pseudo-wissenschaftlichen Herleitungen [ich sage nur: Kabbala und GPS...] verärgern den Leser eher als dass diese ihm ein Aha-Erlebnis bieten würden.

Fazit: Eine neue (alte) Verschwörungsgeschichte, die mit Endzeit-Phantasien, oberflächlich religiösen Vorurteilen und Kabbala-Techno-Babbel versucht, Boden gut zu machen, deren erzählerische Qualität meines Erachtens nach aber zu Wünschen übrig lässt...

P.S. Jedes neue Buch zum Thema Verschwörungstheorien muss sich gegen die zwei Meilensteine dieses Genres messen: Sear und Wilson's Illuminatus Trilogie (wenn schon, dann wenigstens absolut abgedreht....) oder man nimmt sich gleich den Großmeister Umberto Eco vor mit seinem Foucaultschen Pendel, in dem jegliche Verschwörungstheorien auf äußerst intelligente und lesenswerte Weise durchexerziert und ad absurdum geführt werden.

Saturday, December 30, 2006

Neal Stephenson - The Confusion (Vol. 2 of the Baroque Cycle)


I have finished 'Confusion' ... more than a thousand pages and what a story :)
As I have read the book in German, the short review will also be in German....

Ok, ich bin also durch. Erst einmal ganz dickes Lob an die beiden Übersetzer Nikolaus Stingl und Juliane Gräbener-Müller. Die schwer wiegenden 1000 Seiten kommen mit einer Leichtigkeit daher, die dieses Buch zu einem wahren Lesevergnügen werden lassen. Das Buch - eigentlich sind es ja streng genommen nach der Vorrede des Autors zwei - wartet mit zahlreichen Nebenhandlungen, erzählerischen Beschreibungen und Schnörkeln und abstrusen Handlungsverläufen auf, dass man es wahrhaft als 'barock' bezeichnen mag. Verquickt (confused) werden dabei zwei Haupthandlungsstränge - die Verschwörer (eigentlich Galeerensklaven) rund um Jack Shaftoe und ihrer Jagd nach Salomos Gold (das sie sich schnell wieder abjagen lassen) und ihrer merkantilen Expedition (-> Quecksilber) rund um den Globus....sowie die Geschichte um Eliza (mittlerweile Herzogin von Arcachon (sic!) und Qwghlm) und dem (historischen) Entstehen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und dessen Auswirkungen auf Wirtschaft und Politik (Confusion!) des damaligen Europas sowie Eliza's Rache an ihren ehemaligen (Duc d'Arcachon sr.) und aktuellen (von Hacklheber) Peinigern.
Etwas kurz geraten (im Gegensatz zum ersten Band 'Quicksilver') ist die Geschichte um Daniel Waterhouse (einschließlich Newton, Leibnitz, etc...), die Royal Society und den wissenschaftlichen Erkenntnissen der damaligen Zeit. Dafür stehen in diesem Band die wirtschaftlichen Errungenschaften des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts im Mittelpunkt, wie z.B. das globale Agieren der Holländischen Ostindischen Handelsgesellschaft, Spaniens Plünderung der Neuen Welt oder das Entstehen des bargeldlosen Handels.

Was mir an Stephensons Romanen immer wieder gefällt sind seine Schilderungen vollkommen abstruser Situationen, in die mitunter wichtige Dialoge und Handlungen eingebettet werden, sei es die großmaßstäbliche (behelfsmäßige) Herstellung von Phosphor aus Urin im indischen Hinterland oder die Jagd nach einer Fledermaus im Esszimmer mit Hilfe des angerosteten Rapiers von Leibnitz.
Auf alle Fälle freue ich mich schon auf den letzten Teil der Trilogie, auf dessen Übersetzung wir wahrscheinlich noch ein gutes Jahr warten werden müssen...

Links: -> Clearing up the Confusion in wired news

Thursday, November 30, 2006

Literary Confusion according to Babel


As mentioned in a previous article, I decided also to write about (i.e. to review) the books I'm currently reading. I realized that my ability to express myself in English if it comes to the authoring of non scientific content is rather limited. Also I was thinking about whether it makes sense to write (in English) about books (written in German)...esp. if I want to address a German speaking audience (at least concerning the non-scientific content of this blog). Alas, the new beta-blogger allows the use of tags and thus, it will be possible to categorize articles (and to distinguish between content written in English or German). To make it short: from now on, book reviews for books of non-scientific content that are written in German will also be written in German. Everything else (including book reviews of books that I have read in English) will be written in English.
To all those who are also interested in those book reviews, you might consider to use babelfish for translation (although I have no idea about the result:)...

Als ich vor wenigen Wochen die ISWC besuchte, hatte ich mich ja bereits darüber beklagt, dass meine derzeitige Lektüre für das Handgepäck schlicht und einfach zu 'schwer' sei. Folglich stand ich vor dem Problem, was ich während der jeweils über 9 Stunden dauernden Flüge lesen sollte (natürlich habe ich währendessen auch geschlafen...so gut es eben ging...). Normalerweise lese ich nicht gerne mehrere Bücher parallel, und da ich es vermeiden wollte, nach meiner Reise mit zwei angefangenen Büchern dazustehen, entschied ich mich für Kurzgeschichten bzw. Erzählungen. Im Bücherschrank stand schon seit längerer Zeit ein kleines Bändchen mit Erzählungen von Thomas Mann, für das zu lesen ich bis dato noch nicht die Muse aufbringen konnte. Da es (zumindest gewichtstechnisch) den Anforderungen an meine Reiselektüre entsprach, durchlebte ich also während des Fluges die Welt von 'Tonio Kröger', schmeckte den Fluch des 'Wälsungenblutes' und machte mich als Hunden gegenüber völlig indifferenten Zeitgenossen mit den Abgründen der Beziehungen zwischen 'Herr und Hund' vertraut....

Also gut, vielleicht sollte ich damit beginnen zu erwähnen, dass ich im Deutschunterricht niemals mit den Werken von Thomas Mann als Lektüre Bekanntschaft schließen musste. Viele meiner Bekannter stöhnen bereits laut auf, sobald nur der Name 'Thomas Mann' fällt...sicherlich, da sich unliebsame, bereits verdrängte Erinnerungen an die Untiefen der im Schulunterricht bis zum Erbrechen interpretierten und analysierten Soap-Opera 'Buddenbrooks' ihren Weg zurück an die Oberfläche bahnten. Aber nicht bei mir. Die Buddenbrooks hatte ich das erste mal im 'zarten Alter' von knapp 30 Jahren vor mir. Ich dachte, "das reicht erst mal für die Weihnachtswoche", nur zog mich dieses Monstrum von einer Familiensaga derart in seinen Bann, dass ich es nach zweieinhalb Tagen (leise seufzend, da es 'schon' zu Ende war) wieder zurück ins Regal stellte. Allerdings kam neulich auf der Frankfurter Buchmesse während eines gemeinsamen Mitttagessens die Rede auf die wohl "am meisten überschätzten" deutschen Autoren. Nachdem ich meiner Nachbarin gegenüber mein Unverständnis ihrer Einschätzung, dass Fontane dabei ganz oben auf ihrer Liste stehe, zum Ausdruck brachte, fiel mir daraufhin der 'Der Zauberberg' und insbesondere der 'Doktor Faustus' ein. Ohne mich jetzt hier zu vertiefen sei mir kurz der Hinweis gestattet "Thomas Mann hätte sich in meinem Gedächtnis sicherlich einen besseren Ruf behalten, hätte er zumindest auf das Schreiben des Letzteren der beiden genannten Romane verzichtet...".

Tonio Kröger bietet dabei alle Höhen und Tiefen der Mann'schen Erzähltradition in kondensierter Form. Die relativ kurze Erzählung beginnt mit der Geschichte der Kindheit und des Heranwachsens Tonio Krögers in allerbesster kurzweiliger 'Buddenbrooks-Manier' und ergießt sich in der zweiten Hälfte in einer Introspektive (-> siehe Zauberberg) Tonios in seiner Rolle als Künstler (im Zwiegespräch und in Briefen an seine Künstlerfreundin Lisaweta). Im letzten Drittel unternimmt unser Held eine Reise zurück an die Stätten seiner Kindheit und beginnt zu begreifen, dass er als Künstler sehr wohl Teil der von ihm verächtlich abgelehnten 'Gesellschaft' ist und dass Gefühle einen Künstler nicht in seiner Arbeit hemmen, sondern gar bestimmen....(-> Wandlung siehe Doktor Faustus).
Fazit: Ein Kurztripp durch Thomas Manns Mikrokosmos, sehr zu empfehlen für alle, die in seine Welt mal 'kurz hineinschmecken' wollen, ohne das Wagniss eingehen zu müssen, sich einem der vorgenannten 'Monstren' zu stellen :)

Das Wälsungenblut ist da schon etwas anders gestrickt - auch wenn die eindrucksvoll plastische Schilderung dieser etwas kurios dekadenten Bankiersfamilie Aarenhold stellenweise an die Addams-Family erinnert.... Thomas Mann karikiert dabei den schwülstige Pathos der Opern-Atmosphäre Richard Wagners - hier ganz speziell die der Walküre. Geschildert wird die inzestiöse Liebe des Wälsungen-Geschwisterpaares Siegmund und Sieglinde, wobei es Mann gelingt, eine durch Liebe zum Detail perfekte Inszenierung abzuliefern, die vom Kunstgenuss des Opernzitats mit Kognak-Kirsche bis hin zum Liebesreigen auf dem Bärenfell (-> siehe Wagners Walküre) reicht.
Fazit: ein kurzweiliges Stück skuriler Prosa, in dem sich Thomas Mann als Meister der pointierten Schilderung und 'Anti-Wagnerianer' erweist...

Wednesday, November 01, 2006

From the 'Hiroshima Gate' to 'Confusion'......


O.k....I decided to start putting reviews of currently read books into the blog. The very first one is 'The Hiroshima Gate' by Ilkka Remes. I don't think it is already available in the U.S....I guess the reason for this is that the book originally is written in Finnish, and the stories told by Ilkka Remes put a Finnish executive of the European Community - Timo Nortamo - in the focus. Timo Nortamo is occupied by solving a strange case of murder that happend in Paris. While delivering a disk with secret KGB data (old but seemingly important data from the times of the cold war), a women jumps from a bridge into the river Seine...and is found with her throat being cut. But, besides the KGB data - which might put Finnlands current prime minister under suspect of having conspired with the KGB - the disk contains additional data that attracts secret agencies from around the world...you have to listen to a lot of conspiracy theories ranging from aliens from outer space (Erich von Däniken revisited...), ancient superior civilizations, up to anti-mater bombs....
Well...in the end, everything turns out to be rather down-to-earth (without giving away the story...). An interesting (well...not really. I don't like theese very short chapters...just cliff hangers and cliff hangers again...) mixture of Dan Brown and Michael Crichton, but less mystical and less scientific (if you can say so). Remes introduces you into a Europe-centered world with the USA and China acting as the villaina. The characters remain pretty flat, although you are reading a lot about our hero's family problems (marriage and cheating, father-son conflicts, alcohol problems, or Nortamo loosing his temper... ). I wouldn't read the book for a second time...thus, I guess, this means at most 2-3 stars out of 5.
Yesterday, I began to read 'Confusion', the second book of Neal Stephenson's Baroque Cycle. Unfortunately, it is much too heavy (almost 1.5 kg) for taking it with me on the flight to ISWC (International Semantic Web Conference) at Athens (GA, USA) on Saturday....