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Tuesday, September 15, 2009

Corporate Semantic Web Workshop in Berlin, 15.09.2009


Heute findet im Rahmen der XInnovations 2009 der Corporate Semantic Web Workshop an der HU Berlin statt, der heute abend im 3. Semantic Web Meetup seinen Abschluss finden wird.

9 Uhr morgens, noch ist alles ruhig. Kaffee allerdings scheint am morgen ein Fremdwort zu sein. Zumindest reicht es 30 Minuten vor Beginn der Veranstaltung lediglich für ein anscheinend vom Vorabend "geplündertes" Buffet mit zwei leeren Thermoskannen und ein Paar verlorener und zum Teil gebrauchter Kaffeetassen. Da lob ich mir doch Graz und die I-Semantics, bei der wir vor gut einer Woche rund um die Uhr mit leckerem illy-Kaffee (Ja! ich würde mich über eine Product-Placement-Vergütung sehr freuen...:) und Espresso versorgt wurden....

Prof. Adrian Paschke von der FU Berlin eröffnet den Corporate Semantic Web Workshop mit einer kurzen vorstellung der 'Vision' des Corporate Semantic Web Projekts, das vom BMBF seit 2008 gefördert wird. Für mich natürlich interessant der Unterpunkt und Forschungsbereich 'Corporate Semantic Search', also bin ich auf den später geplanten Vortrag zum Thema gespannt.

Gökhan Coskun aus Adrian Paschkes Forschungsgruppe schließt an mit einem Vortrag über 'Effiziente Verwaltung von Unternehmenswissen - Corporate Ontology Management'. Wozu braucht man Ontologien in einem Unternehmen? Ganz einfach, zur Steigerung der Produktivität und der Effizienz der Informationsverarbeitung (typische Wirtschaftsinformatikerantwort...). Als Hinderungsgrund für den Einsatz im Unternehmen identifiziert Coskun die 'Akademische Orientierung' vorhandener Werkzeuge. Er sieht Ontologien als normativ und allgemeingültig, was einen weiteren Hinderungsgrund bzgl. deren Einführung im Unternehmen darstelle. Dem möchte ich widersprechen, da Ontologien stets auf einer 'gemeinschaftlichen Vereinbarung' beruhen (explicit, formal specification of a shared conceptualization), die den jeweiligen Blickwinkel der Beteiligten abbildet. Allgemeingültigkeit wäre eine Eigenschaft, die gar nicht erreicht werden soll. Wir betreiben ja schließlich Informatik und nicht Metaphysik, d.h. unser Ziel ist nicht die normative und allgemeingültige Beschreibung der gesamten Welt, da eine Ontologie stets der Interpretation des Benutzers, seinem Kontext und seiner Pragmatik unterliegt.

Nach der viel zu kurz geratenen Kaffeepause geht es weiter mit Olga Streibel von der FU Berlin und dem Thema 'Semantische Suche: Tagging und Wissensgewinnung'. Als 'Extreme Tagging' werden jetzt Tags eingeführt, die selbst als Objekte für das Tagging hergenommen werden können, d.h. die eigentliche Tag-Relation lässt sich taggen. Was gewinnt man dadurch? Streibels Erklärung, dass man 'durch Tags Assoziationen bildet, mit denen man Ontologien erzeugt', hilft mir hier nicht besonders weiter. Leider wurde meine diesbezügliche Frage am Ende mit der Bemerkung, dass wir das offline diskutieren sollten, etwas unschön abgebügelt. Dabei wäre es meines Erachtens für den Vortrag von zentraler Bedeutung, eben diesen Vorteil des Ansatzes herauszustellen und gegenüber einem einfachem (individuellem) Konzept-Mapping abzugrenzen.

Ralf Heese von der FU Berlin referiert als nächstes über 'Einfach Verlinken in Wikis / Experten mittels Wikis finden'. Es geht beim ersten Thema dabei darum, den Benutzer mit Hilfe von Hintergrundwissen beim Setzen von Links durch entsprechende Vorschläge zu unterstützen. Das zweite Thema widmet sich der Frage, wie sich aus den History-Logdaten eines Wikis Experten zu bestimmten Themen bestimmen lassen.

Gleich Mittagspause....! Leider nur mit Gulaschsuppe/Möhrensuppe und Rundgang über den 'Büchermarkt' im Hof vor dem HU-Hauptgebäude.

Wieder einmal ein paar Minuten zu spät bei Richard Hubers (FIZ Chemie GmbH) Kurzvortrag über 'ChemgaPedia - virtuelle Forschungsumgebung'. Und schon wieder eine Wortneuhülse: 'Wissenscloud' - ohne sich darüber im Klaren zu sein, was exakt damit gemeint ist.

Änderung im Programm, 'Semantic Profiles in Universal Plug and Play AV', Vortrag eines Diplomanden zur semantischen Anreicherungen von UPnP AV Daten.

Weiter geht es mit Johannes Krug von x:hibit, der das Berliner Museumsportal (finanziert durch entsprechende E-Commerce Anteile, z.B. E-Ticketing, u.a.) vorstellt, gefolgt von Radoslav Oldakowski von der FU Berlin mit dem Thema 'Semantische Datenintegration und Suche im Museumsportal Berlin'. Semantisch unterstützte Suche, die Suchbegriffe um verwandte Begriffe ergänzt...mal sehen, ob sie dies auch (1) intelligent und (2) visuell ansprechend tut.

Sebastian Hellmann gibt mit 'DBPedia Live Extraction' als erstes eine kurze Einführung in das zentrale Hub der Linked Open Data Cloud, der DBPedia, gefolgt von diversen Anwendungen rund um die DBPedia. Übrigens nutzt yovisto.com (including semantic features) ebenfalls DBPedia-Daten zur Implementierung einer echten explorativen (semantischen) Suche.

[...to be continued @ Semantic Web Meetup ]

Monday, September 14, 2009

W3C-Tag an der HU Berlin, 14.09.2009

Es ist mal wieder soweit: W3C-Tag an der HU Berlin im Rahmen der XInnovations 2009, diesmal mit Prof. Felix Sasaki als Vertreter des lokalen W3C-Büros an der Uni Potsdam....und es geht auch schon gut los. Prof. Robert Tolksdorf, der die Veranstaltung eröffnen sollte, steckt im Berliner Verkehr fest und so warten wir erst einmal 20 Minuten bis hier irgendetwas heute morgen passiert.

Atemlos kommt Herr Tolksdorf mit 20 minütiger Verspätung an, entschuldigt sich kurz (ohne dabei nicht auch einen kurzen Hinweis auf die Situation der Berliner Verkehrsbetriebe zu geben und auf seine Solidarität mit den Berliner S-Bahn-Fahrern hinzuweisen) und stellt das STI (Semantic Technology Institute) vor.

Interessanter wird es jetzt schon mit dem ersten, dem 'Semantic Web' gewidmeten Vortrag, genauer geht es dem Titel entsprechend über das 'Rule Interchange Format' (RIF) und das neue OWL 2, von Prof. Adrian Paschke von der FU Berlin. OWL 2 verwirft die übliche Dreiteilung in OWL-Light, OWL DL und OWL full und definiert verschiedene OWL DL Sprachprofile bzgl. ihrer 'worst case' Berechnungskomplexität. Dabei lässt sich OWL EL sogar in Polynomialzeit berechnen (daneben existieren noch OWL QL und OWL RL). RIF als Austauschformat für Regeldialekte bringt ebenfalls wieder eine Unmenge an neuen Syntaxvarianten. In diesem Zusammenhang wird auch auf ein Handbuch hingewiesen (Handbook of Research on Emerging Rule-Based Languages and Technologies, IGI Global), das sich allerdings nicht gerade durch seinen Preis (> 300 Euro) empfiehlt...

Prof. Felix Sasaki vom deutsch-österreichischen W3C-Office stellt als nächstes die aktuellen Entwicklungen rund um den neuen HTML5 Standard vor (hier ein Link auf die im Vortrag gezeigten Beispiele). Warum eigentlich jetzt HTML 5, nachdem bereits 2000 XHTML 1.0 veröffentlicht wurde und die Entwicklung von XHTML 2.0 auf vollen Touren lief? Nun, die Entwicklung von XHTML 2.0 wurde abgebrochen, der Anspruch ein 'sortenreines' XML im Browser einzuführen (eine 'Revolution') ist gescheitert. Nach einer von Opera durchgeführten Studie 2008, ist lediglich 4.13% des gesamten Web-Codes tatsächlich valide. Daher versucht man mit HTML 5 eine (fehlertolerante) 'Evolution' des alten Standards zu realisieren.
Eigentlich ist HTML5 genau genommen sogar ein Rückschritt, da es auf eine dezentrale Erweiterung über einzubindende Namensräume zugunsten eines eindeutig zu interpretierenden DOM-Baumes verzichtet. Dahingehend sind Probleme mit semantischen Erweiterungen, wie z.B. RDFa oder Microformats vorprogrammiert!

Mittagspause im Café Chagall mit Bliny und saurer Sahne mit anschließendem Rundgang zu Dussmanns Kulturtempel...

Thomas Caspers spricht zunächst einmal über Barrierefreiheit (Die deutsche Übersetzung der WCAG 2.0 a.k.a. Web Content Accessibility Guidelines). 'POUR' steht für die vier Grundprinzipien der Richtlinien für barrierefreie Webanwendungen: Perceivable, Operable, Understandable und Robust. Allerdings konnte ich die beschriebenen Übersetzungsprobleme ('programmatically determined' usw.) nicht nachvollziehen...vielleicht hätte man mal einen Informatiker fragen sollen....

Mit gut 20 minütiger Verspätung (dank der Ausdauer des Vorredners) beginnt der Vortrag von Joachim Neuberth über SKOS (Simple Knowledge Organization Systems). Warum müssen manche Vortragende nur immer so leise sprechen. Das Verfolgen des Vortrags gestaltet sich nicht wirklich einfach (was nicht etwa in der Komplexität des Themas begründet liegt). Zugegebenermaßen ist aber auch die Entwicklung von SKOS und das dahinter liegenden Datenmodell nicht so besonders spannend. Besser wird es erst, als unterschiedliche Ressourcen, wie z.B. die Library of Congress Headings oder die französische Nationalbibliothek aufgezeigt werden und am Ende dann doch Linked Open Data angesprochen wird.

Prof. Felix Sasaki widmet sich als nächstes dem Thema Metadaten für Multimedia und berichtet von der W3C Metadata Annotations Group. Das Ziel der Metadata Annotation Group kann als "DublinCore + X" paraphrasiert werden, also ein minimales Multimediametadatenschemas mit Mapping zu bereits existierenden Formaten. Der zweite Teil des Vortrags beschäftigt sich mit XProc (XML Pipeline Language) zur Modellierung und Beschreibung von XML-Verarbeitungsketten, die eine Pipeline-artige Verarbeitung von wechselnden Validierungs- und Transformationsschritten unter Ausnutzung einer rudimentären Programmlogik (konditionale Verarbeitung, Iterationen, Selektive Verarbeitung, Ausnahmebehandlung, u.a.) mit heterogenen XML-Daten erlaubt.

[Nach der noch folgenden Diskussion, weiter mit "Brezeln und Wein" im Foyer..... :)]

Links:

Tuesday, September 23, 2008

XInnovations 2008, Berlin, Day 02 - Sept. 23, 2008

Today, I'm going to visit the 'Corporate Semantic Web' workshop at XInnovations 2008 in Berlin. At least it seams that semantic technology has reached industry and corporations. "There is no market for semantic technology", as Christoph Tempich from Detecom Int. quotes a former oracle statement in his talk "Analytics drive the Corporate Semantic Web". Therefore, you just have to provide another label, which is 'Enterprise Information Management' with semantic web technology as underlying technology.

During the coffee break I followed a discussion on the planning of an 'Asocial Semantic Web Workshop' for the next WWW conference or ESWC conference. The goal o fthe workshop should be to show in which way the semantic web is vulnerble by SPAM or other offensive techniques, as e.g. denial of service by providing a deadly RDF-sequence that causes temporary data to grow exponentially.....sounds rather intriguing. I'm looking forward wo contribute ;-)

The 2nd session this morning starts with a presentation from Markus Luczak-Rösch from FU Berlin on 'Corporate Ontology Engineering'. Next, Holger Seubert from IBM is presenting 'Enriched Content Browsing', i.e. during page load in the traditional web, the web page is enriched with additional content. The text of the web page is analysed and terms of interest (info spots) are selected and linked with additional contextual information (from the web, from corporate data bases, etc. in another frame of the same window) without leaving the current context.

We had lunch in a small cafe underneath the nearby public railway with russian dishes (Cafe Chagall, Georgenstr. 4, 10117 Berlin). The pelmeni was really delicious!

The afternoon session starts with Thomas Hoppe from Ontonym with a presentation on 'Corporate Semantic Web'. According to his interpretation, the general 'Semantic Web' concept of Tim Berners Lee cannot be simply transported into the corporation as it is. Inside the corporation, it's a different world compared to the outside. All users are employees, vocabulary is (most times) strictly controlled, there are strict access restrictions, services have to be integrated in portals and corporations have to support corporate processes. The session continues with a presentation by Ralf Heese from FU Berlin on 'Corporate Semantic Collaboration'. He introduces the simple text-annotation tool loomp which has the purpose to enable nonexpert users to provide semantic annotations.

[to be continued tomorrow, W3C-Day, XInnovations 2008, Berlin, Day 03...]

Monday, September 22, 2008

XInnovations 2008, Berlin, Day 01, Sept. 22, 2008

For the third time, I'm attending the XInnovations (formerly known as XML-Days) 2008 in Berlin. Although I was often rather dissapointed about the quality of the conference program (you might refer to my previous posts about XML-Tage Berlin here), I decided to give it another try (simply because I can reach Humboldt University in Berlin with local public transportation in about 45 minutes). Also this time, there seemes to be some emphasis on semantic web technology (at least considering the program, there are Semantic Wikis in the Corporate Wiki track and anoteher Corporate Semantic Web Workshop, not to forget the Semantic Web topic in the PhD-Forum).

I started the first day of the coference with participating the Coprporate Wiki Infotag. Denny Vrandecic is talking about the "Semantic Media Wiki" from AIFB Karlsruhe. Denny is starting his talk with some historical facts about WIkipedia. Interesting thing to mention, according to a study from Aaron Swartz, only 2% of all Wikipedia users (it come up to 1.400 people) are primarily responsible for all article changes. This contradicts the commonly assumed opinion that wikipedia is written by millions of users. Then he was introducing the semantic web in general, by stating that the semantic web is nothing but things (nodes, concepts) being connected by certain relationships, forming graphlike structures that can again be related to each other. According to his definition, a semantic wiki is nothing but graphs being created from wiki data.

The next talk I'm attending is in the Ph.D workshop. Olaf Hartig is talking about 'Trustworthiness of Data on the Web'. With the Semantic Web more and more software agents are taking decisions based on (RDF-based) data on the web. But how can we trust those data? Olaf is developing an RDF trust model as a basis for trust assesment and trust-aware data acces. He suggests a scale from [1-;1], where -1 represents 'absolute distrust' and +1 'absolute trust' for a statement. Now, all relationships in an RDF-graph can be weighted with according trust values ranging from [-1] to [+1]. Trust into a set of statements can be expressed with aggregated trust functions ranging from a cautious (conservative) minimum to a slightly optimistic median. The formal trust vocabulary can be found here. Next, criteria for trust assessment are collected and three different trust assessment strategies are defined: user-based (ask the user on his/her opinion about the trustworthiness), provenance-based (taking into account the trustworthiness of the referring users), and opinion-based (recommendations by other users according to their own trustworthiness).

The afternoon session started with Nils Barnickel from Fraunhofer IOCS with a talk on 'Semantic Mediation between Loosely-Coupled Information Models in Service Oriented Architectures'. Semantic descriptions of Web Services are supposed to enable data and service interoperability. One problem being addresses ist the lack of efficient ontology mapping options in current existing onlology languages (although OWL does have a differentFrom or sameAs operator, complex mappings deploying concepts with totally different subgraphs or 1:n, n:m mappings are missing).

Ok, now it's definitely time for a coffee break. after that, I will be joining the 'World Cafe' session, where I will participate in the discussions instead of writing blog.

[to be continued tomorrow, XInnovations Day 02, Corporate Semantic Web Workshop]

Tuesday, September 25, 2007

XML-Tage 2007 in Berlin - Tag 2 und Resumé

Dienstag, der Sommer scheint endgültig vorbei. Nach einem letzten Aufbäumen in den vergangenen Tagen -- gestern hatte man in Berlin noch einmal den Eindruck, als wäre es gerade Hochsommer. Jede Grünfläche, jede freie Bank in der Sonne und am Wasser wurde 'besetzt', überall saßen die Menschen noch bis spät in den Abend bei lauen Temperaturen. Und heute morgen....alles grau in grau, es wird nicht richtig hell und es nieselregnet so vor sich hin...
(Bild: Apotheose des Antonius...aus einem Treppenaufgang im Seitenflügel der HU Berlin...ich liebe diese klassizistischen Universitäts-'Tempel')

Aber...perfektes Wetter, um den ganzen Tag in mehr oder minder interessanten Vorträgen zu verbringen ohne den permanenten Drang, das ach so perfekte Wetter zu nutzen. Allerdings waren die im Rahmen des wissenschaftlichen Programms angekündigkten Vorträge heute nur von sehr geringem Interesse. Ich werde sie hier zwar nennen, aber nicht näher darauf eingehen:
  • Semantic Registries - Cataloguing eGovernment Resources, M. W. Küster (FH Worms)

  • Applying GRIPP to XML Documents containing XInclude, S. Trißl, F. Zipser, U. Leser

  • Applying the Operational Hierarchy Concept to XSLT, D. Foetsch, E. Pulvermüller

  • Analysis on Inference Mechanisms for Schema-Driven Forms Generation, J. Spillner, A. Schill

  • XML-Strukturen für Worterklärung von Verben, G. Büchel

Statt an den wissenschaftlichen Vorträgen weiter teilzunehmen, habe ich mich in eines der parallel stattfindenden Wirtschaftsforen mit hinein gesetzt und habe mir einen Vortrag von W. Bernhardt vom Bundesministerium der Justiz zum Thema 'Arbeiten mit strukturierten Daten im grenzüberschreitenden Rechtsverkehr' angehört. Der Zweck ist klar: Die Schaffung der Möglichkeit einer grenzüberschreitende (juristischen) Recherche. Dazu wäre es natürlich wünschenswert, wenn sich entsprechende Daten entweder (regelbasiert) ineinander automatisch übersetzen lassen bzw. wenn (zumindest etwa europaweit) standardisierte Daten und Datenformate genutzt werden könnten. Probleme, die dabei auftreten wären Inkonsistenzen, mit denen gerechnet werden muss, wenn Daten redundant (doppelt) gehalten werden und die nur schwierig zu realisierende permanente Aktualisierung dieser Daten. Das Ganze wurde mit Beispielen aus dem Bereich Strafrecht, Wirtschaft und Bankenwesen verdeutlicht. Zusätzlich erschweren auch noch unterschiedliche nationale rechtliche Einschränkungen die grenzüberschreitende Nutzung dieser Daten. Erfrischend, einmal einen solchen Vortrag aus direkter 'Anwender'-Sicht zu hören.

Leider kann ich morgen nicht mehr an den angekündigten Foren zum Thema 'E-Health' und 'E-Government' teilnehmen (Immerhin habe ich Matthias und Justus Bescheid gegeben, dass die Teilnahme an den Wirtschaftsforen kostenlos ist...).

Tja....zusammenfassend, wie soll ich diese Konferenz (nach der Enttäuschung mit der DeLFI 2007 in der vergangenen Woche) werten? Gestern gab es immerhin zwei Vorträge, die ich 'hinreichend' interessant fand. Neues bzw. neue Anregungen hat mir das Ganze leider wieder nicht gebracht. Dazu schien das wissenschaftliche Programm mit gerade einmal 10(+2) Vorträgen (!), die sich über das gesamte Themenspektrum 'XML' bewegten, leider ziemlich 'dünn' geraten. Vom rein wissenschaftlichen Standpunkt aus, rentiert sich eine Teilnahme (zumindest für uns) nicht. Die Wirtschaftsforen dagegen bringen schon etwas interessantere Themen (zudem ist die Teilnahme kostenlos). Zu den Wirtschaftsforen zählen auch die im Foyer der HU Berlin postierten Aussteller- und Informationsstände. Dort habe ich gestern auch Kollegen von Hylos getroffen, die mit einem eigenen Stand präsent waren. Bei einer kurzen Unterhaltung ergab sich allerdings, dass gerade einmal 2 (in Worten 'zwei') interessierte Konferenzteilnehmer an den Stand kamen (so dass sich die Präsenz dort nicht wirklich rentierte...).

Fazit: Sollte ich im kommenden Jahr wieder Zeit haben, um hier vorbeizuschauen, werde ich mich wahrscheinlich lediglich zu den Wirtschaftsforen anmelden und nicht am wissenschaftlichen Programm teilnehmen.
Morgen geht es weiter in Leipzig mit der Conference on Social Semantic Web über die hier natürlich wieder berichtet werden wird...

Monday, September 24, 2007

XML-Tage 2007 in Berlin, 24.09.2007 - Tag 1

Die kommenden zwei Tage werde ich mich auf den XML-Tagen 2007 in Berlin aufhalten und täglich live aus dem wissenschaftlichen Programm hier aus dem historischen Hauptgebäude Unter den Linden berichten. Wobei....der Tag fängt ja schon gut an, ich komme -- natürlich -- etwas später, verpasse die Begrüßung, den ersten eingeladenen Redner und die erste Vormittagssession und komme gerade rechtzeitig zur Kaffeepause um 11 Uhr. Hier hoffe ich Rico zu treffen, der unser Paper 'Maariwa - Ontologie-basiertes Web-Publishing mit einem Semantic Wiki' am Nachmittag vorstellen wird....

Na perfekt, das wissenschaftliche Programm macht erst einmal von 11 Uhr bis 13.30 Uhr Pause....und Rico ist noch gar nicht da, sondern übt seinen Vortrag -- hat aber versprochen, bis 15 Uhr hier zu sein. Naja...MIttagessen gibt es dann im 'Cum Laude' und dann werde ich mal sehen, ob sich hier irgendetwas interessantes bis zum frühen Nachmittag abspielen wird....

O.k., ich hab doch noch eine 'sinnvolle' Beschäftigung gefunden. Im Senatssaal findet eine Podiumsdiskussion zum Thema 'Wachstum durch Cluster' statt. Hans Peter Hiepe vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Joachim Quantz und Reiner Thiem von xmlcity:berlin, Dr. Carsten Rudolph von Microsoft und Prof. Jochen Schiller, Vizepräsident der FU Berlin. Nach einer kurzen Einleitung und Vorstellung der Teilnehmer durch Herrn Thiem äußern sich zunächst alle Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Thema 'Innovationsförderung'. Obwohl -- so Prof. Schiller -- an den deutschen Hochschulen verstärkt gegründet wird (insbesondere auch an der FU Berlin), geht -- so Dr. Rudolph -- die Anzahl der Firmengründungen an Universitäten insgesamt zurück. Herr Hiepe kritisiert die an den Hochschulen übliche Praxis, Gründungsinitiativen -- wie das durch ihn initiierte EXIST Programm (von dem ja auch OSOTIS profitiert hat) -- zu sehr wie ein akademischer Aufgabenkatalog im Rahmen einer Art Weiterqualifizierung abgehandelt werden. Kritik an den Existenzgründungsinitiativen und Programmen wird am jeweils zu starren zeitlichen Rahmen geäußert, den diese unterliegen. Das EXIST-SEED Programm fördert -- ohne anschließende Evaluation -- jedes Projekt, das sich dafür qualifiziert für genau ein Jahr. Wie sich das zu gründende Unternehmen danach finanziert, darum muss sich das Unternehmen selbst kümmern. Leider gibt es viele Projekte, die weitere 6 Monate Entwicklungsarbeit benötigen, die leider nicht weitergefördert werden können. Hier wäre auch meiner Meinung nach Bedarf, nach einer entsprechenden Evaluation die Möglichkeit einer Weiterförderung einzuräumen.

So...leider herrschte im lokalen WLAN seit dem M ittagessen Funkstille....soviel zum Thema Live-Blogging. Nun ja....hier also mein Bericht von unserem Nachmitteg:

Lutz Suhrbier (FU Berlin) 'Vertrauenswürdige Aussagen im Semantic Web'
Vertrauen ist -- laut Niklas Luhman - nichts anderes als eine Art Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität. Man leistet eine Art 'riskante Vorleistung' als potentiell unsichere Investition in die Zukunft. Nachdem dieser Begriff geklärt wäre, benötigt man für das Thema noch das 'Semantic Web' (als Anwendungsraum) und die 'Inferenz' oder das 'Reasoning', dass uns in die Lage versetzt, aus vorhandener Information neue Information zu schließen. Das eigentliche Problem reduziert sich dann darauf, wie eine Absicherung der im Semantic Web befindlichen Aussagen getroffen werden kann -- und welche Auswirkungen hat dies auf die Verlässlichkeit von daraus hergeleiteten Aussagen?
Lösungsansätze sollten dabei Autorenbezogen sein. Dazu muss als erstes zweifelsfrei zugeordnet werden können, Aussage X ist von Autor Y getroffen worden. Das ist nur möglich, wenn jede Aussage (und jeder Autor) einen persistenten Bezeichner (also z.B. einen URN) besitzt. Daraufhin hat dann auch jeder Benutzer Z die Möglichkeit, eine von Y getroffene Aussage zu bestätigen oder nicht. Zudem kann eine Aussage auch von einer über jeglichen Zweifel erhabenen Instanz (also einer Art 'Trust-Center') beglaubigt werden. Darauf aufbauend wurde ein Konzept einer 'Trusted Semantic Web Infrastructure' inklusive 'Semantic Web Zertifizierungsstelle' und 'RDF-Zertifikaten' vorgestellt....allerdings eben nur als Konzept und nicht im Sinne einer konkreten Implementation. Also....irgendwie war mir das alles bereits bekannt bzw. war die Übertragung auf das Semantic Web 'straightforward'.

Um 15 Uhr sollte ja eigentlich Ricos Vortrag starten -- nur fand sich kein Session-Chair. Also wurde gut 10 Minuten gewartet und daraufhin eröffneten wir als Teilnehmer die Sitzung kurzerhand selbst. Rico stellt dabei das Ergebnis seiner Diplomarbeit -- eine SemanticWiki-Implementierung mit Namen 'Maariwa' vor. Nach einer Analyse bereits vorhandener Ansätze wurde nach den Schlüsselkriterien gesucht, die einen guten Kompromiss zwischen semantischer Ausdrucksstärke und Benutzbarkeit (auch und vor allem durch Nicht-Experten) ausmachen. Das Ergebnis ist eine graphische Benutzeroberfläche (keine eigene Wiki-Sprache), entsprechende Import-/Export-möglichkeiten, und eine möglichst einfache - wobei aber durchaus semantisch ausdrucksstarke Abfragesprache, um 'Wissen' aus dem SemanticWiki herauszuziehen.

Im Anschluss trägt Stefan Thalmann von der Universität Innsbruck zum Thema 'Kollaboratives Tagging zur inhaltlichen Beschreibung von Lern- und Wissensressourcen' vor. Zunächst wird auf die unterschidlichen Varianten der Metadatengenerierung eingegangen. Während subjektive Metadaten wie Schlagworte oder Bewertungen nur schwierig oder gar nicht auf automatische Weise zu gewinnen sind, lassen sich objektive Metadaten (Charakteristika) relativ einfach automatisch gewinnen. Danach wird auf das 'Tagging' eingegangen. Allerdings unterscheidet Thalbach lediglich zwischen allgemein anerkannten 'objektiven' Tags und persönlichen 'subjektiven' Tags und verzichtet auf eine weitere Untergliederung in objektive und funktionale Tags, wobei hier objektive Tags inhärente Eigenschaften und Charakteristika der Ressource kennzeichnen, während funktionale Tags stets in einem speziellen Kontext stehen. Eine nachfolgende Studie, in der Studierende mit Taggingaufgaben betraut wurden, brachte meines Erachtens aber auch keine bahnbrechenden neuen Erkentnisse.

So...kurze Nachbesprechung/Maneuverkritik mit Rico, E-Mails beantworten (da das Netz wieder funktioniert, Bloggen, und warten auf das 'Networking am Buffet'...
Apropos Buffet: dieses war zwar recht lecker (immerhin gabe es guten Wein und ein leckeres kaltes Buffet), aber mit dem Networking haperte es dann doch, da vielleicht höchstens 20-30 Leute vom heutigen Tag übrig geblieben waren. Insgesamt hatte ich auch den Eindruck, dass die Teilnahme gegenüber letztem Jahr diesmal sehr gering ausfiel.

Wednesday, September 27, 2006

XML Tage Berlin 2006


I'm just back from the XML-Tage in Berlin, an annual event dedicated to XML-Technology -- which means a real broad spectrum of topics. For being a mere 'national' event - the conference language was german - a huge number of participants showed up -- at least on the list of participants there are more than 500 entries. But, the lecture room where our sessions took place wasn't crowded at all (30 - 50 people). Interesting for me were the two invited talks: Heiner Stuckenschmitt from Uni Mannheim was asking 'what's wrong with the Semantic Web?', giving way to modular ontologies and distributed reasoning -- thus, for the semantic web we will need some distributed semantic google.... Andreas Hotho from Uni Kassel gave a presentation on bibsonomy, the well known social tagging (bibtex database) service. In the same way as del.icio.us, bibsonomy is tagging urls. But, in addition, you are able to administrate (and tag) your (and others) bibtex bibliographies...a rather useful tool for authoring scientific papers.
If everything works out well, we will cooperate with Andreas and his group by enhancing bibsonomy's features as well as by exploiting bibsonomy's database for Ontology Learning and Data Mining.