Wednesday, September 19, 2007

DeLFI 2007 in Siegen am 19.09.2007 - Tag 2


Um den gestrigen Tag noch einmal kurz zusammenzufassen, war ich -- ehrlich gesagt -- ein wenig enttäuscht. Einerseits aufgrund der geringen Teilnehmerzahl, andererseits auch aufgrund der Qualität der Vorträge. Einfache, oft nicht repräsentative Statistiken (bis hin zu 'Logfileauswertung' mit trivialen (subjektiven) Schlussfolgerungen) vertragen sich nicht unbedingt mit meinen Erwartungen an technisch ausgefeilte und innovative e-Learning Entwicklungen....

Aber naja, heute morgen am 2. Tag findet zeitgleich auch noch die "12. GI Fachtagung Informatik und Schule - INFOS 2007" statt. Mit einer stattlichen Teilnehmerzahl von knapp 200 fühlt man sich jetzt wenigstens nicht mehr ganz so verloren ;-) ... aber zurück zum Tagungsprogramm....

Der Vormittag (der DeLFI) startet mit Ludger Thomas vom Fraunhofer IESE und einem Vortrag zum Thema "Entwicklung rekonfigurierbarer Lern-Inhalte mit (edu) DocBook". Jeder Autor von Lerninhalten kennt das Problem. Das Neu-Erstellung ist jedesmal enorm aufwändig, so dass es naheliegt, aus bereits existierenden Ressourcen durch Wiederverwendung oder Adaption neue Inhalte zu erstellen. In diesem Zusammenhang zeigt Ludger Thomas auf, wie entsprechende Inhalte in re-konfigurierbarer Form nach dem Single-Source-Publishing-Ansatz mit Hilfe von (edu)DocBook erstellt und in multiplen Konfigurationen und Formaten ausgegeben werden können.

Im nächsten Vortrag sprach Christoph Rensing von der TU Darmstadt über "Das Authoring Management System EXPLAIN zur ganzheitlichen Unterstützung des Erstellungsprozesses von Trainingsmedien und WBTst" (..da mich der Vortrag auch nicht sonderlich interessierte, hier das zugehörige abstract).

Ebenfalls die folgenden Vorträge trafen nicht wirklich mein Fachgebiet. Die interessantesten Gespräche ergeben sich ja bekanntlich sowieso immer in den Pausen, auf die ich mich dann erst einmal konzentriert habe.

Am Ende des ersten Vortrags nach der Mittagspause entspannt sich eine interessante Diskussion. "...unser Admin installiert da mal was! – Zur Nachhaltigkeit von E-learning-Infrastrukturen – Eine Taxonomie" vorgetragen von Marc Steinbring von der Universität Paderborn, sorgt für einiges an Aufregung....da die vorgestellte Taxonomie (wir hatten das Thema ja schon kürzlich hier behandelt) ja eigentlich gar keine Taxonomie im strengen Sinne ist. Auf den Einwand einer Teilnehmerin hin, dass es sich doch vielmehr um eine Checkliste handelt kommt leider keine wirklich befriedigende Antwort ('Checklisten und Taxonomie sind doch irgendwie schon sehr vergleichbar...'). Ok...es ist ja schon eine Taxonomie, allerdings hätte man sich mit der Erklärung, Benennung und den Beispielen etwas mehr Mühe geben können....Es geht doch nichts über eine grundsolide Informatikausbildung... einschließlich Wissensrepräsentationen ;-)


Als erstes interessiert mich in der Nachmittagssession aber der Vortrag von Leonore Schulze aus Osnabrück (wir erinnern uns an die Osnabrücker Podcast University) zum Thema "Gibt es mobiles Lernen mit Podcasts? - Wie Vorlesungsaufzeichnungen genutzt werden" (über das Thema hatte ich ja schon zur Podcast University berichtet). Aber.....glaubt man's..? Der Session-Chair leitet diesen Vortrag mit den folgenden Worten ein...'Für das folgende Thema sind wir hier alle schon eigentlich zu alt'. Wie bitte....geht's noch? Wenn man für neue Medien und der Diskussion um deren Einsatzmöglichkeiten in der Lehre zu alt geworden ist, was macht man dann auf dieser Konferenz?? Sollen wir hier denn immer wieder die selben alten Kamellen wiederkäuen?? Ich muss mich doch schon sehr über diese Tagung wundern........

Ok, es geht weiter mit der Best-Paper-Session und ich bin schon mal (positiv) gespannt, was uns erwartet...
Der erste Vortrag von Stefan Iske beschäftigt sich mit "E-Learning aus der Prozessperspektive". Dabei geht es um eine Untersuchung des Navigationsverhaltens von Nutzern in Hypertextdokumenten und darum, ob sich typische Muster der Nutzung ermitteln lassen. Irgendwie kam mir das Thema -- im Rahmen der Usability Forschung -- bereits bekannt vor.

Spannender war dann schon der nächste Vortrag von Stephan Knopf von der Universität Manheim über "EDL-Editor - Eine Anwendung zur automatischen Aufbereitung von Vorlesungsvideos". Dabei ging es um die automatische Segmentierung von Vorlesungsmitschnitten entsprechend der Kapitel und Unterkapitel des behandelten Stoffes. Zu diesem Zweck werden die Folien der Desktopaufzeichnung analysiert und entsprechende Schnittmarken vorgeschlagen. Großer Nachteil der vorgestellten Lösung ist in meinen Augen die Tatsache, dass dem Dozenten exakt vorgeschrieben wird, (1) dass er Kapitel und Unterkapitelüberschriften benutzen muss, (2) dass diese an einer bestimmten vorgegebenen Position stehen müssen und dass (3) zusätzlich noch Restriktionen bzgl. Schrift und Farbe gemacht werden. Folien OHNE Überschriften werden von der Software automatisch entfernt. Natürlich liefert der 'Editor' zunächst nur einen Vorschlag, d.h. ich kann die entfernten Folien wieder mit in ein Kapitel integrieren.....aber da wären wir ja wieder bei dem -- wie anfänglich als Motivation in Aussicht gestellt -- zu vermeidenden manuellen Aufwand....

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