Saturday, July 14, 2007

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.....

Wenn es eines auffälligen Zeichens dafür bedarf, dass anscheinend eine neue Epoche angebrochen ist, dann hätte die Welt in der vergangenen Woche die Stadt Rochester im US-amerikanschen Bundesstaat New York ins Visier nehmen müssen. Dort nämlich stehen (vielmehr standen) die Filmfabriken des US-Fotografie-Giganten Kodak. Gut die Hälfte aller Bauten auf dem Firmengelände werden gesprengt und fallen damit dem Siegeszug der Digitalfotografie zum Opfer (interessante Bilder von den Abrissarbeiten finden sich in großer Menge hier bei flickr...natürlich digital).
Fotografiert wird heute so viel wie nie zuvor. Dank der mittlerweile bezahlbaren und für die meisten Zwecke durchaus ausreichenden digitalen Fototechnik hat das Medium 'Film' zunehmend an Attraktivität verloren. Nie zuvor wird so viel geknipst und soviel wieder gelöscht wie heute (auch wenn auf der Webseite des 'amateur photographer' das Gegenteil zu lesen ist, dass nämlich gut zwei Drittel aller Fotografen immer noch Film gegenüber dem digitalen Medium bevorzugen...).

Da im vorangegangenen Artikel die Rede war vom 'alten' Web und wie es sich in den vergangenen 15 Jahren verändert hat, möchte ich heute kurz auf die Entwicklung im Bereich der Digitalfotografie eingehen. Die erste Digitalkamera, die ich in Händen hielt (und die wirklich auch diese Bezeichnung verdiente), war eine Olympus D-500L, die sich unser Institut 1997 zulegte. Als 'Foto-Afficionado' war ich zunächst ziemlich skeptisch, lies sich doch die Kamera noch kaum mit meiner -- zugegebenermaßen alten, aber doch technisch weit überlegenen -- Canon T90 (the 'Tank') vergleichen. Am schlimmsten empfand ich damals die Auslöseverzögerung des Autofokus. Subjektiv gefühlte zwei Sekunden dauerte es mindestens, bis das anvisierte Objekt scharfgestellt war und die Kamera sich entschloss, endlich auszulösen. Das Ablichten bewegter Motive war damit natürlich nahezu unmöglich. Immerhin, die gute alte Olympus bot damals mit 1,3 Megapixeln eine vergleichsweise gute Auflösung (die man noch nicht einmal 'ganz' auf den damals üblichen 1024x768 Computerbildschirm brachte...). Aber es sollte noch einige Jahre dauern, bis ich mir selbst endlich eine Digitale (damals eine gebrauchte Canon D30....) zulegen sollte. Heute fotografiere ich -- bis auf gelegentliches Mittelformat -- nur noch digital...auch wenn es noch einiges an den aktuellen Kameras zu verbessern gäbe:
Da wäre natürlich zuallererst der Preis. Natürlich hätte ich auch gern so ein 'Sahneschnittchen' wie die Canon 1Ds-MkII, aber der Preis ist dabei derzeit doch eher nur etwas für Vollprofis (mit prall gefüllten Auftragsbüchern...). Immer wieder angemahnt und bemängelt wird die 'begrenzte' Empfindlichkeit der digitalen Photosensoren. Zwar gibt es auch hier Ansätze, das Problem der 'hohen Dynamik' zu meistern (HDR-Fotografie, Fuji's Foveon Sensor, oder gar ein Sinar Backpack...)...aber irgendwelche Nachteile sind immer dabei -- auch wenn es sich lediglich um den schier unglaublich hohen Preis handelt (-> Sinar oder 1Ds...).
Naja, immerhin ist es heute möglich, auch mit einem bezahlbaren digitalen Equipment anspruchsvolle Fotografie zu produzieren (die zugegebenermaßen sicherlich nur den geringsten Anteil an der heute herrschenden digitalen Bilderflut ausmacht). Es ist schließlich immer noch der Fotograf, der das Bild macht. Ein 3-Sterne Koch wird schließlich auch nicht für seine 'tollen Töpfe' gelobt (doch wird er an einer Gulaschkanone oder einem Campingkocher nicht dieselben Gerichte kochen können wie in einer komplett ausgerüsteten Gastronomieküche...).

Wie steht es bei euch mit der digitalen Fotografie? Fotografiert noch jemand mit Film? Wann habt ihr 'umgestellt'? Was waren eure ersten Erlebnisse mit einer Digitalkamera? ... ich bin gespannt.

6 comments:

Markus said...

Ich bin lediglich als harmloser Hobbyfotograf unterwegs und kann nur kurz berichten, dass ich 1999 mit einer 1.5 Mio Pixel-Kamera von JVC von analog auf digital umgestiegen bin und 2003 auf eine Canon Powershot G5 umgesattelt bin, mit er ich immer noch sehr zufrieden bin. Natürlich gilt dies eben nur für meine tiefgesteckten Ansprüche.

In der Frage analoge/digitale Fotographie finde ich die Lomographie noch ganz spannend, wo man ja mittlerweile auch schon Überlegungen zum Schwenk aufs Digitale anstellt (zu dieser Kontroverse siehe auch Wikipedia-Artikel).

Harald Sack said...

Immerhin bist Du als 'harmloser Hobbyfotograf' schon recht früh ins Digitalzeitalter gestartet. Der große Run auf die Digitalen kam erst einige Jahre später....also doch ein 'Early-Adopter' ;-)

Ich möchte meine Bemerkung zur Ausrüstung um Gottes Willen nicht missverstanen wissen. In meinen Augen gibt es nichts schlimmeres, als sich im Sinne von 'mein Haus, mein Auto, mein Boot' wichtig zu machen und zu glauben, nur weil man die teuerst mögliche Ausrüstung hätte könnte man gleich auch schon bessere Bilder machen.

Der Vergleich mit dem Koch stammt übrigens von Helmut Newton.

Steffen said...

Nach meinen Anfängen mit einer analogen Knippskamera bin ich 2001 auf eine Nikon F80 umgestiegen. Meine erste digitale Kamera war eine Casio mit 3,2 MP - ich glaube das war 2003.
Anfang 2006 war dann mit der Nikon D50 die erste digitale Spiegelreflex an der Reihe. Nur um kurz vor Weihnachten gegen eine D80 getauscht zu werden, welche von den Eigenschaften und vom Handling näher an der F80 liegt. Die F80 setze ich sogar immer noch ein - da sie für eine Spiegelreflex relativ kompakt ist, habe ich sie sehr oft einfach in der Tasche.

Viele Grüße,
Steffen

Harald Sack said...

Hi Steffen, Danke für Deinen Beitrag!
Übrigens findet man selbst hier bei 'more semantic...!' Bilder von Steffens Hand (z.B. die ganzen CeBIT Bilder...). Einen besseren Eindruck gewinnt man aber über Steffens Blog 'Happy Agents' unter der Rubrik 'pictures'.

Julian Einwag said...

Huhu! Kennst Du mich noch? ;-)
Bin auf Dein Blog gestoßen und wollte hier mal meinen Kommentar abgeben, auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist.

Bei uns kam Anfang 2002 die erste Digitalkamera ins Haus, die bekam mein Vater zum Geburtstag (Olympus C-3000Z). Seitdem wurde eigentlich nur noch digital fotografiert. Ich habe mir dann gegen Ende 2003 eine Pentax Optio S gekauft, mit der ich bis vor kurzem geknipst habe. Eine Kompakte hat man halt immer dabei, ist damit aber doch recht stark eingeschränkt, was die Möglichkeiten angeht.

Seit Ende Juni besitze ich nun eine Canon EOS 350 D. :-)

Harald Sack said...

Hallo Julian, habe Deinen Kommentar erst jetzt nach dem Urlaub entdeckt ;-)
Natürlich kenne ich Dich noch! Schön, mal wieder etwas von Dir zu hören. Ich hoffe, die Probleme, die es seinerzeit mit einer 'versäumten' Prüfungsfrist gab, haben sich in positiver Weise für Dich erledigt. Veröffentlichst Du Deine Fotos in flickr oder fotocommunity oder gar in einem eigenem Blog? Wäre interessant, mal reinzuschauen....
Viele Grüße,
Harald