Friday, December 07, 2007

German IPv6 Council Kickoff Meeting in Potsdam


Das deutsche IPv6 Council startete seine Aktivitäten zur Förderung des Einsatzes der nächsten Internet-Generation IPv6 mit der ersten Sitzung am 06. 12. 2007 in Potsdam. Prof. Dr. Ch. Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) Potsdam eröffnete die Sitzung in seiner Funktion als Chairman des deutschen Zweiges des internationalen IPv6 Forums. Die Teilnehmer des heutigen Treffens (siehe Teilnehmerliste) begrüßten die Initiative und Bereitschaft des HPI als unabhängige und unparteiliche Instanz die Federführung des Rats zu übernehmen.

Latif Ladid, Präsident des Internationalen IPv6 Forums würdigte die bisher erzielten Fortschritte und machte noch einmal in eindringlicher Weise die Bedeutung und Notwendigkeit eines solchen nationalen Gremiums zur Förderung des Einsatzes von IPv6 deutlich, Peter Demharter (IBM, Projekt DOI) stellte kurz die Inhalte und Zielsetzungen des DOI Projekts (Deutschland Online Infrastruktur) vor, das in seiner Bedeutung für den weitreichenden Einsatz der neuen Netzwerktechnologie als Leuchtturm auf vergleichbare Projektvorhaben ausstrahlen wird. Zielsetzung ist dabei die Sicherstellung der behördlichen Kommunikation über alle föderalen Grenzen hinweg, basierend auf einer Dual-Stack Lösung, mit der sowohl die alte IPv4-Konnektivität nach außen hin, als auch die neue IPv6-Konnektivität gewährleistet wird.

Gert Döring (SpaceNet AG) stellte die neue IPv6 Adressvergabe-Politik des RIPE NCC vor. Während um die letzten verbliebenen Adressbereiche des IPv4-Adressbereichs bereits ein harter Kampf entbrannt ist -- ab 2011, so die aktuelle Hochrechnung, wird es keine neuen IPv4-Adressen mehr geben -- wurden den RIRs (Regional Internet Registries) IPv6 /12-Adressblöcke zugewiesen, die jeweils ausreichen, um bis zu einer Million ISPs zu bedienen. Jedem einzelnen ISP (Internet Service Provider) bleiben dabei üblicherweise /32-Adressbereiche (für große ISPs wurden schon /19 Adressbereiche vergeben, so z.B. für die Deutsche Telekom), mit denen etwa 65.000 einzelne Kunden bedient werden können, während für End-User /48 - /64 Adressen vorgesehen sind.

Ein generelles und gravierendes Problem, das einem Durchbruch der neuen Internet-Technologie im Wege steht, liegt darin begründet, dass die IPv4/IPv6-Problematik noch nicht auf der Ebene der Entscheider angekommen ist und ein derartiges Problembewußtsein erst noch geschaffen werden muss. Darüberhinaus ist allen Teilnehmern klar, dass ein Durchbruch der neuen Technologie nur über den Massenmarkt der Endverbraucher möglich wird. Da die IPv6-Problematik bislang in den Medien -- wenn überhaupt -- nicht in der erforderlichen Dringlichkeit dargestellt wurde, muss sich das deutsche IPv6 Council einen Schwerpunkt auf die Themen Dissemination und Public Relations setzen.

In diesem Sinne wurde von den Teilnehmer beschlossen "IPv6 zu leben", und zwar jetzt. In diesem Sinne sollte folgender treffende Slogan verwendet werden, der seinerzeit IPv6 die parlamentarische Unterstützung sicherstellte: "IPv4 verbindet Computer -- IPv6 dagegen verbindet Menschen".

Um die projektierten Ziele zu erreichen wurden mehrere Initiativen vorgeschlagen und beschlossen, gemeinsam eine IPv6 Roadmap für Deutschland zu entwickeln, die von den bereits existierenden Materialien der internationalen IPv6 Organisationen profitieren kann, um die darin aufgezeigten Lösungsmöglichkeiten an die speziell deutschen Problemstellungen anzupassen.

Zu Demonstrationszwecken sollen am HPI mehrere Showcases mit Unterstützung der Council-Mitglieder implementiert werden, um der Öffentlichkeit die Vorteile und Möglichkeiten der neuen Internet-Technologie vor Augen zu führen. Eine erste öffentlichkeitswirksame Präsentation ist im Rahmen der Computermesse CeBIT 2008 geplant.

Im Fortgang ist ein deutscher IPv6 Summit für den Zeitraum 14.-16. Mai 2008 geplant, der ebenfalls am HPI Potsdam durchgeführt werden soll. Neben Expertenvorträgen zum internationalen und nationalen Erfahrungsaustausch ist dabei ein spezieller IPv6 Tutoriumstag vorgesehen, der Anwendern und Entscheidern einen fundierten Einblick in die neue Technologie ermöglicht.

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