Tuesday, June 19, 2007

SkypeCast zum 3. Online-Roundtable “Vorlesung 2.0 - gebloggt, getaggt, getwittert” - ...jetzt aber


Endlich hat es doch geklappt, mit dem SkypeCast zum 3. Online-Roundtable zum Thema "Vorlesung 2.0: gebloggt, getaggt, getwittert”. Leider hatten die vorangegangenen technischen Probleme doch die meisten Studenten 'verschreckt', aber die Diskussion gestern abend geriet doch recht interessant. (Hier gibt es den Audio-Mitschnitt zum SkypeCast).
Für mich natürlich Ansporn, auch im kommenden Wintersemester (diesmal am HPI in Potsdam) auf Web2.0-Technologien im Vorlesungsbetrieb zu setzen...und das nicht nur zur ergänzenden Information sondern vor allem auch, um Interaktivität und Kommunikation in und außerhalb der Vorlesung zu fördern. Hier einige der angesprochenen Möglichkeiten:

  • Durchführung einer freiwilligen Einführungsveranstaltung (Praktikum), bei der vor allem auch die Studenten (in einem möglichst freien Rahmen) ihren Komillitonen verschiedene Web2.0-Technologien vorstellen und deren Vor-/Nachteile und Einsatzmöglichkeiten (vor allem auch diejenigen, an die der Dozent nicht in erster Linie denkt) vorstellen.

  • Vorlesungsmitschrift mal anders: Die Vorlesungsmitschrift als eine Art Protokoll gemeinschaftlich im Rahmen eines Wikis (oder Blogs) entwickeln mit Beiträgen der Studierenden als auch mit Beiträgen des Dozenten.

  • ...


Interessant wäre eine Folgeveranstaltung im zeitlichen Abstand von etwa einem halben Jahr, in dem wir wieder unsere (neuen) Erfahrungen austauschen könnten. Steffen hat zu diesem Zusammenhang angeregt, doch mal ein Barcamp zum Thema 'Vorlesung 2.0' zu organisieren.....also ich wär dabei ;-)

6 comments:

Fischer said...

Bin ja nun wahrlich kein Technikfeind, aber mal ganz kühl hinterfragt: Wozu das ganze?

Wo sind die Beweise, dass der ganze Online-IT-Verhau den Studenten irgendwelche Vorteile bringt? Wo sind auch nur die Indizien dafür?

Alles was man dazu findet, sind Worthülsen aus Wolkenkuckucksheim.

Erfahrungswert dagegen:
Praktisch jeder Naturwissenschaftler kommt an einem Punkt seines Studiums zu der Erkenntnis, dass e-Learning in welcher Form auch immer vor allem Zeit kostet.

Wer kompliziertes Wissen möglichst effektiv aufnehmen will, macht das mit Papier.

Harald Sack said...

Die Kritik mit den 'Worthülsen' weise ich von mir (dazu einfach mal den Audiomitschnitt anhören, dabei wurden tatsächliche Erfahrungen ausgetauscht).

Was den 'Erfahrungswert' angeht:
Ich selbst bin ebenfalls von den Vorteilen des 'guten, alten Papiers' überzeugt. Das liegt aber daran, dass ich mit eben diesen traditionellen Medien sozialisiert wurde.
Aber die Zeit steht nicht still ...

Als 'Akademiker' mit naturwissenschaftlicher Bildung müssten Sie ja wissen, dass Ihr Schluss eine unzulässige Verallgemeinerung darstellt ....

Fischer said...

Sie haben mich erwischt. ;) Natürlich war das, was ich geschrieben habe, im strengen Sinn eine unzulässige Verallgemeinerung. Gleich mehrfach sogar.

Ich bekenne mich schuldig.

Natürlich habe ich selbst positive (und mehr als positive, unvergleichliche) Erfahrungen mit den neuen Medien gemacht. Keine Frage.

Aber bitte, überzeugen Sie mich. Inwiefern ist ein Webforum effektiver als ein Lehrbuch?

Ich hab übrigens einschlägige Erfahrungen, ich bin u.a. Moderator bei www.chemieonline.de, nur für den Fall, dass Sie denken, ich würde nur das Papier kennen. Das ist nicht der Fall. Ich habe reichlich Erfahrung mit online-Wissensaustausch, aber ich bleibe skeptisch.

Fischer said...

Gibt es einen Grund, weshalb mein zweiter Kommentar nicht akzeptiert wurde?

Ich kann mich nicht erinnern, Sie darin beleidigt zu haben oder so...

Als langjähriger Moderator des Schüler- und Studentenforums Chemieonline.de habe ich durchaus einige Erfahrung mit e-learning, positiv wie negativ.

Insofern sehe ich mich durchaus als einigermaßen befugt an, diese Erfahrungen zu verallgemeinern, ob Sie das nun zulässig finden oder nicht.

Harald Sack said...

sorry, ich hatte so viel um die ohren, dass ich einfach nicht dazu gekommen bin, die kommentare anzuschauen und freizuschalten.
bitte gedulden Sie sich noch ein wenig, da ich frühestens heute abend etwas Zeit habe, um ihrem argument entgegenzutreten ;-)

bis später....

Harald Sack said...

Lieber Herr Fischer,
erst einmal zur 'unzulässigen Verallgemeinerung'. Diese bezieht sich lediglich darauf, dass man keinen Schluss von sich (oder aus dem einem selbst bekannten Umfeld) auf ALLE vornehmen darf. Eine solche Verallgemeinerung ist nach den Regeln der mathematischen Logik nicht möglich (da Sie Ihre Behauptung im mathematischen Sinne nicht beweisen können). Bitte verzeihen Sie diese 'Spitzfindigkeit'.

Zum eigentlichen Thema:
Nein, ich gebe ja zu und stehe in diesem Sinne voll auf Ihrer Seite, dass E-Learning ebenso wie die Lobhudelei auf jegliche Form der neuen Medien in der Lehre alleine keine bessere Wissensvermittlung bzw. einen besseren Lernerfolg garantieren kann. Insbesondere Politiker unterliegen gerne dem Irrglauben, dass ein 'Notebook für jeden Schüler' sofort alle bildungspolitischen und damit verbundenen gesellschaftlichen Probleme aus der Welt schaffen würde.
Es geht vielmehr darum, alle - und daher natürlich auch alle neuen - Möglichkeiten zu nutzen, um Lerninhalte zu vermitteln und um die Lernenden aus ihrer heute leider allgegenwärtigen Passivität (man lässt sich ja gewohnheitsmässig so gerne mit allem nur berieseln...siehe Fernsehkonsum usw.) herauszureissen.
Lernen ist ein aktiver Prozess. Sicher kann man auch mit einer alleine konsumptorischen Haltung lernen. Werden Inhalte aber aktiv diskutiert (das könnte natürlich auch im 'realen Leben' stattfinden...in der Vorlesung selbst bleibt dafür aber leider oft keine Zeit und außerhalb des vorgegebenen Rahmens der Vorlesung unteliegt jeder wieder seinem eigenen Zeit- und Stundenplan, so dass ein Termin mit gemeinsamer physischer Präsenz nur schwer zu erreichen ist....), dann werden Missverständnisse ausgeräumt, der Lernstoff von allen Seiten durchleuchtet (im Idealfal natürlich), und das zu Lernende nachhaltiger und weitaus 'tiefer' verinnerlicht.
In diesem Sinne bieten interaktive 'neue' Medien wie Blogs oder Wikis (oder auch die im o.a. Beitrag durchgeführte SkypeCast Diskussion) zumindest eine Chance, ungebunden von Ort (und oft auch von Zeit) diese 'aktive' Diskussion und die Beschäftigung mit dem Lernstoff zu realisieren....